40 Jahre Harley-Davidson Deutschland

In New York geht MTV auf Sendung, in Kalifornien finden sich ein paar Hardrocker zu einer Band namens Metallica zusammen und auf den Kinolein­wänden der Welt ist Roger Moore alias James Bond „In tödlicher Mission“ unterwegs. Man schreibt das Jahr 1981, Harley-Davidson befreit sich in den USA durch einen spektakulären Management-Buy-out von seinem bisherigen Besitzer, dem Mischkonzern AMF, und wird in Deutschland als GmbH ins Handelsregister eingetragen. Noch ist die Zahl der jährlich neu zugelassenen Milwaukee-Irons in der BRD überschaubar, doch das soll sich rasch ändern, denn das Unternehmen findet zur Qualität der Jahre vor der AMF-Ära zurück, steigert sie weiter, präsentiert wenige Jahre später mit dem Evolution einen brandneuen Motor und landet mit der Softail einen neuen Bestseller.

40 Jahre Harley-Davidson GmbH – da lohnt ein Blick in den Rückspiegel, denn die Historie der US-Marke reicht in Deutschland eigentlich noch viel weiter zurück. Wie weit, weiß niemand ganz genau, doch es muss irgendwann in der ersten Hälfte der Zwanzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts gewesen sein, als die ersten mit Motorrädern aus Milwaukee beladenen Holzkisten hierzulande eintrafen. Rasch sprach sich in der von wirtschaftlichem und kulturellem Aufbruch geprägten Republik herum, dass die Maschinen aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten ausgesprochen robust und zuverlässig waren. Etliche Erfolge im deutschen und europäischen Motorsport trugen das Ihre zum guten Ruf der US-Marke bei. Doch schon im folgenden Jahrzehnt setzten die Nazis und der Zweite Weltkrieg dem blühenden Import ein jähes Ende. Erst 1956 durfte die Firma Suck in Hamburg als General­importeur neu durchstarten. In den Siebzigerjahren übernahm Eysel Motorsport in Langen­selbold den Job und 1976 gründete die Harley-Davidson Motor Company eine eigene Werksniederlassung in Groß-Gerau.

Seither ist Harley-Davidson im Rhein-Main-Gebiet mehrfach umgezogen, bevor man sich im Jahr 2013 als Harley-Davidson Germany GmbH in Neu-Isenburg niederließ. Von hier aus werden derzeit 67 deutsche und neun österreichische Vertragshändler betreut. Und die verstehen ihren Job: So wurden in Deutschland im vergangenen Jahr mehr als 11.000 Harley-Davidson-Motorräder neu zugelassen. Es verwundert also nicht, dass die Bundesrepublik für Harley-Davidson heute zu den Top drei der Einzelmärkte weltweit zählt. Insgesamt dürften es inzwischen weit mehr als eine Viertelmillion Harleys sein, die über deutsche Straßen rollen, und Tests der einschlägigen Fachmedien bestätigen ihre untadelige Qualität.

Mit der Pan America und dem neuen Revolution-Max-V-Twin schlägt der US-Hersteller 2021 ein neues Kapitel in seiner Geschichte auf. Nicht nur in Deutschland freut sich Harley-Davidson auf die kommenden Jahre und Jahrzehnte.

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