Wich­ti­ge Infos für Motor­rad­hel­me

Wann brau­che ich einen neu­en Helm?

Auch wenn es kei­nen Unfall oder Sturz gab – der Motor­rad­helm kann nicht ewig im Ein­satz blei­ben. Doch wann muss ein neu­er Kopf­schutz her? Und wor­auf ach­tet man am bes­ten?

Ein Motor­rad­helm, der kei­nen har­ten Auf­schlag erdul­den muss­te und noch gut aus­sieht, soll­te trotz­dem nach einer gewis­sen Zeit aus­ge­tauscht wer­den. Du soll­test ihn nach drei bis fünf Jah­ren wech­seln.

War­um soll­te ein neu­er Helm gekauft wer­den?

Durch die Alte­rung des Helm­ma­te­ri­als kann des­sen Struk­tur so beein­träch­tigt sein, dass der Helm im Unglücks­fall nicht mehr voll schützt. Neu­käu­fer soll­ten beim fri­schen Helm auf gute Pass­form und Funk­tio­na­li­tät ach­ten – und dar­auf, dass der Kopf­schutz die Anfor­de­run­gen der Norm ECE 22–05 erfüllt.

Ist der Helm noch gut in Schuss und nicht zu alt, kannst Du bei der Pfle­ge beru­higt zu Rei­ni­gern für Helm und Visier grei­fen. Manch­mal genü­gen aber auch ein­fa­che Haus­mit­tel. Ein wei­ches Schwamm­tuch mit lau­war­mer Sei­fen­lau­ge etwa eig­net sich, um damit Insek­ten­res­te ein­zu­wei­chen und abzu­wi­schen. Auch Innen­pols­ter las­sen sich mit der Hand und Fein­wasch­mit­tel wie­der auf Vor­der­mann brin­gen.

Was muss ich beim Helm­kauf beach­ten?

  • Die unge­fähr pas­sen­de Helm­grö­ße ermit­telst Du, indem Du dei­nen Kopf­um­fang im Bereich der Stirn, über den Ohren und am Hin­ter­kopf misst. Der Kopf­um­fang in Zen­ti­me­tern ent­spricht übli­cher­wei­se der nume­ri­schen Helm­grö­ße. Die Hel­me ver­schie­de­ner Her­stel­ler fal­len trotz­dem unter­schied­lich groß aus. Des­we­gen kann nur eine Anpro­be über den rich­ti­gen Helm ent­schei­den.

  • Dein Helm muss am gan­zen Kopf fest sit­zen, ohne zu drü­cken. Du erkennst den rich­ti­gen Sitz dar­an, dass sich die Kopf­haut an der Stirn beim Dre­hen des Helms mit­ver­schiebt. Die Innen­aus­stat­tung gibt bei der Nut­zung noch etwas nach, wäh­le den Helm daher nicht zu groß.

  • Die Helm­pols­te­rung soll­te auch an Dei­nem Ober­kopf im Bereich des Schei­tels voll­stän­dig auf­lie­gen. Pro­bie­re andern­falls einen grö­ße­ren Helm.

  • Wenn Du Zwei­fel hast, ob der Helm die opti­ma­le Grö­ße hat, ver­su­che das glei­che Helm­mo­dell eine Grö­ßer klei­ner auf­zu­set­zen. Nur wenn dies nicht mög­lich ist oder der infra­ge kom­men­de Helm uner­träg­lich drückt, weißt Du, dass Du die kleins­te infra­ge kom­men­de Grö­ße gewählt hast.

  • Dein Helm darf sich bei geschlos­se­nem und kor­rekt ein­ge­stell­tem Kinn­rie­men auch mit hohem Kraft­auf­wand nicht nach vorn vom Kopf abzie­hen las­sen.

  • Der Kinn­rie­men soll­te nicht auf dem Kehl­kopf auf­lie­gen, das Kinn­rie­men­schloss nicht am Unter­kie­fer­kno­chen drü­cken.

  • Tra­ge den Helm im Laden ger­ne bis zu zehn Minu­ten. Die­ser Zeit­raum reicht aus, um mög­li­che Druck­stel­len und eine mög­li­che Haut­un­ver­träg­lich­keit des Fut­ters zu erken­nen.

Recht­li­ches zum The­ma Helm – Ist die Brain­cap noch erlaubt?

In Deutsch­land besteht seit 1976 Helm­pflicht für Motor­rad­fah­rer, seit 1978 auch für Moped- sowie Mokick­fah­rer. Selbst Mofa­fah­rer müs­sen seit 1985 einen Helm tra­gen. Seit August 1980 wird eine Zuwi­der­hand­lung zudem mit Ver­war­nungs­geld geahn­det.

Helm ist aber nicht gleich Helm. Man­cher Motor­rad- oder Rol­ler­fah­rer war frü­her mit einer Kopf­be­de­ckung unter­wegs, die allen­falls vor Buß­geld schütz­te. Daher reagier­te der Gesetz­ge­ber: Seit 2006 steht im Para­graph 21a der Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung (StVO), dass Fah­rer und Mit­fah­rer von Kraft­rä­dern mit Höchst­ge­schwin­dig­keit über 20 km/h einen „geeig­ne­ten Schutz­helm“ tra­gen müs­sen. Damit ist also das Benut­zen von Arbeits‑, Feu­er­wehr- oder Mili­tär­hel­men ohne aus­rei­chen­de Schutz­wir­kung unter­sagt. Wer mit sol­chen „Schüs­seln“ erwischt wird, muss nicht nur mit Buß­geld rech­nen: Ver­si­che­run­gen kön­nen nach einem Unfall sogar Leis­tun­gen ver­rin­gern, selbst wenn der Zwei­rad­pi­lot nicht Unfall­ver­ur­sa­cher war.

Wirk­lich geeig­ne­te Schutz­hel­me sind Model­le, die nach der in Euro­pa ein­heit­li­chen Vor­schrift geprüft sind und den ECE-Ein­nä­her (steht für Eco­no­mic Com­mis­si­on for Euro­pe) am Kinn­rie­men oder im Fut­ter tra­gen. Die aktu­el­le Ver­si­on ist ECE‑R 22.05. Unab­hän­gi­ge Insti­tu­tio­nen prü­fen neben Stoß­dämp­fung und Form­sta­bi­li­tät auch die Reiß­fes­tig­keit des Kinn­rie­mens und machen einen Abstreif­test. Auch Visie­re müs­sen Min­dest­an­for­de­run­gen erfül­len, um den am Visier­rand ein­ge­gos­se­nen ECE-Stem­pel zu bekom­men.

Wich­ti­ger Hin­weis für die Pflicht­kenn­zeich­nung von ECE-Motor­rad­hel­men: Auf dem Prüf­la­bel muss nicht „ECE“ oder „ECE‑R 22“ ste­hen. Die Kenn­zeich­nung mit dem E in dem Kreis und der Prüf­num­mer ver­weist aus­rei­chend auf die Anwen­dung der Prüf­norm ECE‑R 22.

So schützt Dich Dein Helm

Motor­rad­hel­me schüt­zen dop­pelt. Die Außen­scha­le ver­teilt, unab­hän­gig vom Mate­ri­al, eine punk­tu­el­le Kraft­ein­wir­kung durch hohe elas­ti­sche Ver­for­mungs­en­er­gie und soll das Ein­drin­gen spit­zer oder kan­ti­ger Gegen­stän­de ver­hin­dern. Die eigent­li­che Dämp­fung über­nimmt das Innen­ma­te­ri­al zwi­schen Außen­scha­le und Fut­ter. Das wird in der Regel aus beson­de­ren EPS-Hart­schaum­ma­te­ria­len der Sty­ro­por-Fami­lie her­ge­stellt, die Auf­prall-Ener­gie absor­bie­ren. Aber nur ein­mal, da ein Auf­prall zu einer Kom­pri­mie­rung und damit blei­ben­der Ver­for­mung des Mate­ri­als führt. Des­halb müs­sen Hel­me nach Unfäl­len oder Stür­zen aus­ge­tauscht wer­den, selbst wenn sie äußer­lich schein­bar unbe­schä­digt sind.

Alles was Du über Visie­re wis­sen musst

Die Ange­bots­pa­let­te an Visie­ren ist groß und der tech­ni­sche Fort­schritt für Motor­rad­fah­rer oft­mals ver­wir­rend. Die meis­ten die­ser Schei­ben bestehen aus Poly­car­bo­na­ten, die nam­haf­tes­ten sind Makro­lon und Lexan. Für einen durch­sich­ti­gen Kunst­stoff sind sie sehr hart, schlag- und split­ter­fest. Laut der euro­päi­schen Norm für Motor­rad­hel­me (ECE-22–05) wird neben Grö­ße, opti­scher Qua­li­tät, Grö­ße des Gesichts­fel­des und Ober­flä­chen­gü­te auch die Kratz­fes­tig­keit von Visie­ren geprüft.

Ver­spie­gel­te und stark getön­te Visie­re müs­sen für den Stra­ßen­ver­kehr ein E‑Prüfzeichen besit­zen und dür­fen nur bei Tages­licht und guten Wet­ter­be­din­gun­gen genutzt wer­den. Schon auf Däm­me­rungs­fahr­ten und natür­lich bei Dun­kel­heit sind sie ver­bo­ten, in eini­gen (Urlaubs-)Ländern sogar gene­rell. Bei Miss­ach­tung die­ses Ver­bo­tes ist mit recht­li­chen Kon­se­quen­zen und im Fal­le eines Unfalls sogar mit Regress­for­de­run­gen der Ver­si­che­rung zu rech­nen. Seit eini­gen Jah­ren wer­den auch selbst­tö­nen­de Visie­re ange­bo­ten. Aber selbst schnel­le Mole­kü­le im Kunst­stoff brau­chen Zeit, um abzu­dun­keln oder auf­zu­hel­len – was bei­spiels­wei­se bei Tun­nel-Durch­fahr­ten zu Pro­ble­men füh­ren kann.

Rei­ni­gung des Visiers

  • Hal­te Dein Visier mög­lichst sau­ber. Insek­ten und ande­re Ver­schmut­zun­gen auf dem Visier kön­nen bei Regen oder Däm­me­rung die Sicht stark ein­schrän­ken oder sogar zu Täu­schun­gen füh­ren, beson­ders bei Gegen­licht. Auf län­ge­ren Tou­ren emp­fiehlt sich eine regel­mä­ßi­ge Rei­ni­gung, z.B. wäh­rend der Pau­sen. Dazu mög­lichst viel Was­ser über die geschlos­se­ne Visier­schei­be lau­fen las­sen, um hart­nä­cki­ge Ver­schmut­zun­gen auf­zu­wei­chen und zu lösen. Auch ein nas­ses, über das Visier geleg­tes Papier­tuch erfüllt die­se Funk­ti­on.

  • Bei Fahr­ten auf nas­sen Stra­ßen wird durch Spritz­was­ser vor­aus­fah­ren­der Fahr­zeu­ge Schmutz auf das Visier geschleu­dert. Spült der Regen dann die­sen Schmutz nicht weg, soll­test Di nicht groß­flä­chig über das Visier wischen, da es sonst stark ver­kratzt. Bes­ser ist es, den Abstand zu den vor­aus­fah­ren­den Fahr­zeu­gen zu ver­grö­ßern oder auch anzu­hal­ten, um das Visier mit genü­gend Flüs­sig­keit rei­ni­gen zu kön­nen. Die Situa­ti­on ent­schärft sich übli­cher­wei­se bei star­ken Regen­fäl­len, da in die­ser Situa­ti­on der Schmutz weg­ge­spült wird.

  • Soll­te das Visier durch Insek­ten stark ver­schmutzt sein, ist die Rei­ni­gung auf­wen­di­ger: Die Chi­tin­pan­zer der Tie­re sind sehr hart­nä­ckig. Wenn Du ver­suchst, sie weg­zu­rei­ben, kannst Du dadurch die Visier­ober­flä­che beschä­di­gen. Nut­ze wei­che Mikro­fa­ser­tü­cher, wei­che die Ver­schmut­zun­gen län­ger ein und set­ze Spe­zi­al­rei­ni­gungs­mit­tel ein. Ver­wen­de bei der Visier­rei­ni­gung kei­ne krat­zen­den Schwäm­me. Ver­wen­de auch nicht die har­ten Fens­ter­putz-Schwäm­me an Tank­stel­len, die oft Schmutz oder Öl mit sich tra­gen.

  • Beson­ders vor­sich­tig soll­ten Sie bei Innen­be­schich­tun­gen vor­ge­hen. Am bes­ten hal­ten Sie sich in Sachen Rei­ni­gung strikt an die Emp­feh­lun­gen der Her­stel­ler. Für eine gründ­li­che Gene­ral­rei­ni­gung raten unse­re Exper­ten, das Visier abzu­bau­en.

  • Las­sen Sie grund­sätz­lich die Fin­ger von der Besei­ti­gung von Krat­zern: Ein Visier mit Schleif­mit­teln oder anlö­sen­den Che­mi­ka­li­en zu behan­deln, besei­tigt die Krat­zer nicht ganz und kann zum Erblin­den des Kunst­stoffs füh­ren. Das Visier soll­ten Sie bereits bei leich­ten Krat­zern im Sicht­be­reich mög­lichst durch ein kratz­fes­tes Visier erset­zen. Beson­ders bei Gegen­licht kön­nen ver­kratz­te Visie­re Ihre Sicht stark beein­träch­ti­gen.

Visier Protect

Van Mell

Visier Pro­tect

7,95 €

(15,90 € / 100 ml)

Visier Cleaner

Van Mell

Visier Clea­ner

5,95 €

(11,90 € / 100 ml)

Hat dir der Beitrag gefallen? Dann teile ihn gern!

Share on facebook
Share on google
Share on twitter
Share on linkedin
Share on pinterest
Share on email

Das könnte dir auch noch gefallen

Low Rider S Trip­le

Wir haben uns in Stuhr drei Low Rider S geschnappt und ein biss­chen mit der Farb­pa­let­te gespielt. Unse­re Wahl fiel auf Oran­ge, Rot und Tür­kis.

Weiterlesen »

We are the Cham­pions

Die Har­­ley-Davi­d­­son Heri­ta­ge Clas­sic 114 meis­ter­te sou­ve­rän einen 50.000-Kilometer-Marathon Wenn ein Bike zwei Jah­re lang von pro­fes­sio­nel­len Motor­rad­jour­na­lis­ten bewegt wird, ist Schon­gang ein Fremd­wort. Im

Weiterlesen »