Motorradbekleidung spielt eine entscheidende Rolle für die Sicherheit und den Komfort von Motorradfahrern. In diesem Lexikon erklären wir die wichtigsten Materialien und Technologien: von Leder über Hightech-Fasern wie Kevlar® und Dyneema® bis zu Membranen und Protektoren, die für Schutz, Wetterfestigkeit und Komfort auf langen Fahrten sorgen.
Vorab das Wichtigste: Wie gut ein Kleidungsstück im Sturz schützt, verrät nicht der Stoffname, sondern die geprüfte Schutzklasse auf dem Etikett. Was es damit auf sich hat, erklären wir dir in diesem Beitrag: CE-Zertifizierte Fahrerschutzbekleidung
Stand: Oktober 2026
Material & Technologien
Inhaltsverzeichnis
3M™ Scotchlite™
3M™ Scotchlite™ ist eine Marke für retroreflektierende Materialien, die von der Firma 3M hergestellt wird. Diese Materialien sind darauf ausgelegt, Licht in Richtung seiner Lichtquelle zu reflektieren, was besonders bei schlechten Lichtverhältnissen oder Dunkelheit die Sichtbarkeit erhöht. 3M™ Scotchlite™ wird häufig in der Herstellung von reflektierender Bekleidung und Ausrüstung verwendet, einschließlich Motorradbekleidung.
Die retroreflektierenden Eigenschaften von 3M™ Scotchlite™ basieren auf winzigen Glaskugeln, die in das Material eingebettet sind. Diese Glaskugeln reflektieren das Licht zurück zur Lichtquelle, was dazu führt, dass die reflektierenden Elemente besonders hell und auffällig erscheinen, wenn sie von Scheinwerfern oder anderen Lichtquellen beleuchtet werden.
In der Motorradbekleidung wird 3M™ Scotchlite™ oft in Form von Reflektorstreifen, Paspeln oder Aufnähern verwendet. Diese werden an strategischen Stellen der Bekleidung angebracht, um die Sichtbarkeit des Motorradfahrers bei Nacht oder in schlechten Lichtverhältnissen zu verbessern. Dies trägt dazu bei, die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen, indem andere Verkehrsteilnehmer den Motorradfahrer besser erkennen können.
3M™ Thinsulate™
3M™ Thinsulate™ ist eine Hochleistungs-Isolationsfaser, die von der Firma 3M™ hergestellt wird. Diese Isolationsmaterialien werden in verschiedenen Anwendungen eingesetzt, um Wärme zu speichern und den Tragekomfort bei kalten Temperaturen zu verbessern. Thinsulate™ ist besonders bekannt für seine effiziente Isolierung bei gleichzeitig geringem Gewicht und Volumen.
Die Struktur von 3M™ Thinsulate™ besteht aus mikroskopisch kleinen Fasern, die eine hohe Dichte aufweisen. Diese Fasern schaffen eine effektive Barriere gegenüber kalter Luft und helfen, die vom Körper abgestrahlte Wärme zu speichern. Thinsulate™-Isolationsmaterialien sind in verschiedenen Dicken erhältlich, um unterschiedliche Anforderungen an Wärmeisolierung zu erfüllen, ohne dabei die Bewegungsfreiheit einzuschränken.
In der Motorradbekleidung wird Thinsulate™ oft in isolierten Jacken, Handschuhen oder Stiefeln verwendet. Diese Kleidungsstücke sollen den Fahrer bei kaltem Wetter warm halten, ohne dabei unnötiges Gewicht oder Volumen hinzuzufügen. Thinsulate™ bietet eine gute Wärmeisolierung, auch wenn es feucht wird, und trocknet relativ schnell.
Aramid
Aramid ist eine Art von synthetischer Faser, die für ihre hohe Festigkeit und Hitzebeständigkeit bekannt ist. Der Name „Aramid“ leitet sich von „aromatischen Polyamid“ ab. Diese Fasern sind besonders stark und widerstandsfähig gegen Abrieb, Schnitte und Hitze, was sie zu einem beliebten Material für eine Vielzahl von Anwendungen macht, darunter ballistische Schutzkleidung (wie kugelsichere Westen), feuerfeste Kleidung, Seile, Kabel und natürlich Motorradbekleidung.
In der Motorradbekleidung wird Aramid häufig verwendet, um Bereiche mit hohem Risiko für Abrieb bei Stürzen zu verstärken. Es bietet eine ausgezeichnete Schutzeigenschaft, ohne dabei schwer oder unflexibel zu sein, was für Motorradfahrer entscheidend ist, die sowohl Schutz als auch Bewegungsfreiheit benötigen. Marken wie Kevlar® sind bekannte Aramidprodukte, die häufig in Motorradbekleidung verwendet werden.
Armalith®
Armalith® ist ein hochmodernes Textilmaterial, das speziell für die Verwendung in Motorradbekleidung entwickelt wurde. Es ist eine Kombination aus ultrahochmolekularem Polyethylen (UHMWPE), das für seine extreme Festigkeit und Haltbarkeit bekannt ist, und traditionellen Textilfasern wie Baumwolle. Diese einzigartige Mischung macht Armalith® zu einem sehr widerstandsfähigen Material, das gleichzeitig flexibel und komfortabel zu tragen ist.
Hergestellt wird Armalith® vom spanischen Textilunternehmen Tejidos Royo, das 1903 gegründet wurde, im selben Jahr wie Harley-Davidson. Das Gewebe ist als einzelne Lage konzipiert: Die reißfeste, wasserabweisende Stofflage ist zugleich die Schutzschicht.
Die Besonderheit von Armalith® liegt in seiner Fähigkeit, einen hohen Grad an Abriebfestigkeit und Rissbeständigkeit zu bieten, was es zu einer ausgezeichneten Wahl für Motorradbekleidung macht, insbesondere für Jeans und andere lässige Fahrkleidung. Es schützt die Träger im Falle eines Sturzes, indem es eine Schutzschicht zwischen der Haut des Fahrers und dem Asphalt bildet. Trotz seiner Robustheit fühlt sich Armalith jedoch an und sieht aus wie normales Denim, was es zu einer beliebten Wahl für Biker macht, die Schutz suchen, ohne auf Stil und Komfort verzichten zu müssen.
Cordura®
Cordura® ist eine bekannte Marke für robuste, langlebige Stoffe, die häufig in der Herstellung von Motorradbekleidung, Outdoor-Ausrüstung und taktischer Ausrüstung verwendet werden. Ursprünglich von der Firma DuPont entwickelt, ist Cordura® ein Gewebe, das meist aus Nylon, aber auch aus anderen Fasern wie Polyester hergestellt wird.
Die Hauptmerkmale von Cordura® sind seine außergewöhnliche Abriebfestigkeit und Reißfestigkeit. Diese Eigenschaften machen es ideal für Motorradbekleidung, da es effektiven Schutz vor Abschürfungen bei einem Sturz bietet. Zudem ist Cordura® wasserabweisend und widerstandsfähig gegenüber Verschleiß, was es zu einem geeigneten Material für Kleidung macht, die unter rauen Bedingungen getragen wird.
Die Marke CORDURA® gehört heute INVISTA, einer Tochtergesellschaft von Koch Industries.
Cordura Denim®
Cordura® Denim ist eine spezielle Art von Stoff, der die Strapazierfähigkeit und Festigkeit von Cordura® mit dem traditionellen Look und Gefühl von Denim kombiniert. Dieses Material wird oft in Motorradbekleidung, insbesondere in Motorradjeans, verwendet.
Der Kern von Cordura® Denim besteht aus Cordura®-Fasern, die für ihre hohe Abriebfestigkeit und Haltbarkeit bekannt sind. Diese Fasern werden dann mit Baumwolle vermischt, um den Stoff weicher und bequemer zu machen, während er gleichzeitig das klassische Aussehen von Denim beibehält. Das Ergebnis ist ein hochfunktionaler Stoff, der sowohl schützend als auch stilvoll ist.
Cordura® Denim bietet mehrere Vorteile für Motorradfahrer:
Abriebfestigkeit: Die Cordura®-Fasern machen den Denim strapazierfähiger als Denim aus reiner Baumwolle. Wie gut eine Hose im Sturz schützt, zeigt aber erst ihre Schutzklasse nach EN 17092, denn die Norm bewertet das fertige Kleidungsstück und nicht nur den Stoff.
Langlebigkeit: Die Materialmischung sorgt dafür, dass die Kleidung auch bei regelmäßiger Beanspruchung und häufigem Waschen ihre Form und Festigkeit behält.
Komfort und Flexibilität: Trotz seiner Robustheit bietet Cordura Denim Komfort und Flexibilität, was bei langen Fahrten wichtig ist.
Stil: Es sieht aus und fühlt sich an wie herkömmlicher Denim, was es zu einer beliebten Wahl für Biker macht, die Funktionalität ohne Einbußen beim Stil suchen.
Cordura® Denim ist somit eine ideale Wahl für Motorradfahrer, die eine Balance zwischen Schutz, Langlebigkeit und Alltagstauglichkeit suchen.
CoolMax®
Coolmax® ist eine Marke für Hochleistungsgewebe, die vor allem für ihre Feuchtigkeitsableitung und atmungsaktiven Eigenschaften bekannt ist. Ursprünglich von DuPont entwickelt, wird Coolmax® jetzt von The LYCRA Company produziert und vermarktet. Dieses Material wird häufig in Sport- und Aktivbekleidung verwendet, darunter in Motorradbekleidung, Laufbekleidung, Radtrikots und Alltagskleidung.
Die Schlüsseleigenschaften von Coolmax® sind:
Feuchtigkeitsmanagement: Coolmax®-Gewebe sind so konzipiert, dass sie Schweiß von der Haut wegtransportieren und ihn an die Oberfläche des Gewebes leiten, wo er schnell verdunsten kann. Dies hält den Träger trocken und komfortabel.
Atmungsaktivität: Die Struktur des Gewebes ermöglicht eine gute Luftzirkulation, was zur Atmungsaktivität beiträgt und den Träger kühl hält.
Schnelltrocknend: Coolmax®-Gewebe trocknen wesentlich schneller als Baumwolle, was sie ideal für Aktivitäten macht, bei denen man ins Schwitzen kommt.
Leicht und Komfortabel: Diese Stoffe sind in der Regel leicht und fühlen sich weich auf der Haut an, was den Komfort erhöht.
Langlebigkeit und Pflegeleichtigkeit: Coolmax®-Gewebe sind langlebig und pflegeleicht; sie behalten ihre Form und Funktionalität auch nach häufigem Waschen.
In der Motorradbekleidung wird Coolmax® oft als Futter in Helmen, Handschuhen, Jacken und Hosen verwendet. Es hilft, den Fahrer auch bei längerer Fahrt oder in wärmeren Klimazonen kühl und trocken zu halten. Darüber hinaus findet Coolmax® auch in anderen Bereichen wie Arbeitsschutzbekleidung und Freizeitbekleidung Anwendung.
Corium+® Platinum
Corium+® Platinum ist ein wasserdichtes Leder-Laminat, das Rukka in Motorradjacken verarbeitet, zum Beispiel im Modell Aramen. Es verbindet Optik und Haptik von Lederbekleidung mit der Funktion laminierter Textilien.
Das Material ist dreilagig aufgebaut:
- Außen: ein dünnes, hydrophobiertes, also wasserabweisend ausgerüstetes Anilin-Kalbsleder, bei der Aramen laut Hersteller 0,7 mm stark. Es ist vollständig perforiert, damit Feuchtigkeit nach außen entweichen kann.
- Mitte: eine wasserdichte, atmungsaktive Membran (siehe „Membranen & Laminate“).
- Innen: eine textile Schutzschicht. Die Membran ist zwischen Leder und Textilschicht eingeschweißt.
Laut Hersteller ist Corium+® Platinum wind- und wasserdicht, anders als klassisches Leder, das auch mit Imprägnierung nicht dicht wird (siehe „Leder“). Wie gut eine Jacke daraus im Sturz schützt, zeigt wie bei allen Materialien ihre Schutzklasse nach EN 17092.
D3O®
D3O® ist ein Unternehmen, das sich auf die Entwicklung von fortschrittlichen, flexiblen Schutzmaterialien spezialisiert hat. Das Material, das oft als „D3O®“ bezeichnet wird, ist eine sogenannte smarte Molekularschutztechnologie. Im normalen Zustand ist D3O® flexibel und weich, aber bei einem plötzlichen Aufprall oder Stoß verhärtet es sich schlagartig, um Energie zu absorbieren und den Aufprall zu dämpfen.
Die D3O®-Technologie basiert auf sogenannten non-newtonianischen Fluiden, bei denen sich die Moleküle bei langsamen Bewegungen frei bewegen können, während sie bei schnellen Bewegungen miteinander verbinden und eine starre Struktur bilden. Dies ermöglicht eine flexible und bequeme Passform im normalen Zustand und bietet dennoch einen hohen Schutz bei einem Aufprall.
In der Motorradbekleidung wird D3O® oft in Protektoren für Ellenbogen, Schultern, Rücken und Knie integriert. Diese Protektoren bieten eine hohe Stoßdämpfung und Schutzwirkung, ohne dabei sperrig oder unflexibel zu sein. Das Material wird oft als optionales Upgrade in hochwertiger Motorradbekleidung angeboten und findet auch Anwendung in anderen Bereichen, wie beispielsweise in Sportausrüstungen und industriellen Schutzausrüstungen.
DuPont
DuPont ist ein global tätiger Chemiekonzern aus den USA, gegründet 1802. Für Motorradbekleidung ist das Unternehmen vor allem als Erfinder wichtiger Fasern bekannt: Aus den Laboren von DuPont stammen unter anderem Nylon, Lycra® und Kevlar®. Auch Cordura® und COOLMAX® wurden ursprünglich von DuPont entwickelt.
Die genannten Marken gehören heute anderen Unternehmen. Lycra® ging 2004 mit dem Textilgeschäft an Koch Industries und gehört heute ebenso wie COOLMAX® der eigenständigen The LYCRA Company. CORDURA® gehört INVISTA, einer Tochtergesellschaft von Koch Industries. Teflon® ist eine Marke von Chemours, das DuPont 2015 abgespalten hat, und das Aramid-Geschäft mit Kevlar® und Nomex® ging am 1. April 2026 an das Unternehmen Arclin.
Auch sonst hat sich DuPont stark verändert: Das Agrargeschäft ist seit 2019 als Corteva eigenständig, die Elektroniksparte seit 2025 als Qnity. Heute konzentriert sich DuPont auf die Bereiche „Healthcare & Water Technologies“ und „Diversified Industrials“. Bekannte Marken sind etwa Tyvek® und Corian®.
Dynatec
Dynatec (schoeller®-dynatec) ist ein Hochleistungsgewebe der Schweizer Schoeller Textil AG, das speziell für Motorradfahrer entwickelt wurde. Der Bekleidungshersteller Aether verarbeitet es zum Beispiel als Außenmaterial seiner Navigator-Jacke, dort als dreilagige Hardshell.
Die Hauptmerkmale von Dynatec sind:
- Abriebfestigkeit: Das Gewebe ist auf hohe Abriebfestigkeit ausgelegt. Laut Aether wurde es im Sturzsimulator von Schoeller bei Geschwindigkeiten von bis zu 75 mph (rund 120 km/h) getestet.
- Wetterschutz: In der dreilagigen Ausführung ist es wasser- und winddicht und trotzdem atmungsaktiv (siehe „Membranen & Laminate“).
Wie gut eine Jacke aus Dynatec im Sturz schützt, zeigt wie bei allen Materialien ihre Schutzklasse nach EN 17092.
Dyneema®
Dyneema® ist eine extrem starke und leichte Faser, die für ihre hohe Zugfestigkeit und Haltbarkeit bekannt ist. Es wird oft als eines der stärksten und leichtesten Fasermaterialien der Welt bezeichnet. Dyneema® gehört zur Familie der ultrahochmolekularen Polyethylenfasern (UHMWPE) und bietet eine außergewöhnliche Festigkeit bei gleichzeitig geringem Gewicht.
Die Eigenschaften von Dyneema® umfassen:
Hohe Zugfestigkeit: Dyneema® ist 15-mal stärker als Stahl bei gleichem Gewicht und hat eine deutlich höhere Zugfestigkeit als andere synthetische Fasern.
Leichtigkeit: Es ist extrem leicht, was es ideal für Anwendungen macht, bei denen Gewicht eine Rolle spielt.
Abrieb- und Schnittfestigkeit: Dyneema® ist sehr widerstandsfähig gegen Schnitte, Abrieb und Verschleiß, was es für Schutzausrüstungen und -kleidung geeignet macht.
Chemikalien- und Wasserbeständigkeit: Es ist resistent gegenüber den meisten Chemikalien und absorbiert kein Wasser, was es dauerhaft und wetterfest macht.
In der Motorradbekleidung wird Dyneema® oft verwendet, um Kleidung wie Jeans oder Jacken zu verstärken, ohne dass sie schwer oder steif wird. Dies bietet Motorradfahrern einen verbesserten Schutz bei Stürzen, ohne Komfort oder Beweglichkeit einzuschränken. Aufgrund seiner Eigenschaften findet Dyneema® auch in anderen Bereichen Anwendung, wie bei Seilen und Kabeln, Segeltuch, ballistischen Schutzwesten und Schnittschutzhandschuhen.
Die Marke Dyneema® gehört seit 2022 zum Unternehmen Avient, zuvor war sie Teil von DSM. Ein Beispiel aus der Praxis: Bei der einlagigen Jeans Steel Black 9 von Pando Moto ist Dyneema® direkt in den Stretch-Denim eingewebt, der Dyneema-Anteil liegt bei 25 %.
Gore-Tex®
Gore-Tex® ist eine bekannte Marke für wasserdichte, winddichte und atmungsaktive Membranen und Textilien, die in einer Vielzahl von Outdoor- und Sportbekleidung verwendet werden. Entwickelt von W.L. Gore & Associates, hat sich Gore-Tex® zu einem Synonym für wetterfestes Material entwickelt, das in verschiedensten Bedingungen Schutz bietet.
Die Hauptmerkmale von Gore-Tex sind:
Wasserdichtigkeit: Die Membran von Gore-Tex® ist so gestaltet, dass sie Wasser von außen abhält, wodurch sie ideal für Regenbekleidung und andere wasserfeste Ausrüstung ist.
Atmungsaktivität: Trotz der Wasserdichtigkeit ermöglicht die Membran den Transport von Wasserdampf (Schweiß) von innen nach außen. Dies hilft, Feuchtigkeit und Wärme vom Körper wegzuleiten, was den Träger trocken und komfortabel hält.
Winddichtigkeit: Gore-Tex® bietet auch Schutz vor Wind, was es zu einer guten Wahl für windige Wetterbedingungen macht.
Langlebigkeit: Gore-Tex®-Materialien sind robust und langlebig, entworfen, um extremen Bedingungen und regelmäßigem Gebrauch standzuhalten.
Vielseitigkeit: Gore-Tex® wird in einer breiten Palette von Produkten verwendet, von Jacken und Hosen bis hin zu Schuhen und Handschuhen, und ist bei Outdoor-Enthusiasten, Wanderern, Skifahrern und Motorradfahrern gleichermaßen beliebt.
In der Motorradbekleidung wird Gore-Tex® häufig verwendet, um wetterfeste und atmungsaktive Ausrüstung zu schaffen. Es bietet Motorradfahrern Schutz vor Regen und Wind, während es gleichzeitig Körperfeuchtigkeit ableitet, was besonders wichtig für Komfort und Sicherheit bei langen Fahrten unter verschiedenen Wetterbedingungen ist.
Kevlar®
Kevlar® ist eine hitzebeständige und starke synthetische Faser, die von DuPont in den 1960er Jahren entwickelt wurde. Es gehört zur Familie der Aromatischen Polyamide (Aramide). Kevlar® zeichnet sich durch eine Reihe von herausragenden Eigenschaften aus, die es für verschiedene Anwendungen geeignet machen, insbesondere dort, wo Festigkeit, Temperaturbeständigkeit und Abriebfestigkeit gefragt sind.
Die Hauptmerkmale von Kevlar sind:
Hohe Zugfestigkeit: Kevlar ist etwa fünfmal stärker als Stahl bei gleichem Gewicht. Diese hohe Festigkeit macht es besonders widerstandsfähig gegen Dehnung und Zerrung.
Hitzebeständigkeit: Es ist in der Lage, hohen Temperaturen standzuhalten, ohne seine Festigkeit zu verlieren. Diese Eigenschaft macht es nützlich für feuerfeste Anwendungen und in Umgebungen, in denen hohe Temperaturen herrschen.
Leichtgewicht: Trotz seiner hohen Festigkeit ist Kevlar® relativ leicht, was es ideal für Anwendungen macht, bei denen das Gewicht eine Rolle spielt.
Gute Abriebfestigkeit: Es widersteht Abrieb gut, was es ideal für Schutzausrüstungen und -kleidung macht.
In der Motorradindustrie wird Kevlar® häufig in Schutzkleidung wie Jacken, Hosen und Handschuhen verwendet, um Fahrer vor Verletzungen durch Stürze und Rutschen zu schützen. Es wird oft in Kombination mit anderen Materialien verwendet, um Kleidung zu verstärken, ohne sie schwer oder unflexibel zu machen. Kevlar® findet auch in vielen anderen Bereichen Anwendung, wie in der Herstellung von kugelsicheren Westen, Schnittschutzhandschuhen, Seilen und Kabeln sowie in der Luft- und Raumfahrt.
Seit dem 1. April 2026 gehört das Aramid-Geschäft von DuPont mit den Marken Kevlar® und Nomex® zum Unternehmen Arclin. In der Praxis wird Kevlar® oft als Verstärkung an besonders gefährdeten Stellen eingesetzt: Pando Moto zum Beispiel versieht sein Modell Karl Desert EL aus Cordura® mit Kevlar®-Patches.
Leder
Leder ist das klassische Material für Motorradbekleidung. Bei Lederkombis setzen die Hersteller vor allem auf zwei Lederarten:
- Rindleder: Für Kombis gilt eine Stärke von mindestens 1,4 mm als Richtwert.
- Känguruleder: Es ist zug- und reißfester als Rindleder und kann deshalb bei gleicher Stabilität dünner verarbeitet werden, im Schnitt mit rund 1 mm.
Egal ob Rind oder Känguru: Eine Lederkombi sollte aus vollnarbigem Leder („Full Grain“) bestehen, also aus der äußeren Hautschicht des Tieres.
Leder und Regen: Leder ist von Natur aus nicht wasserdicht. Ein Imprägnierspray lässt Wasser besser abperlen, dicht wird das Leder dadurch aber nicht. Wer auch bei Regen in Leder trocken bleiben will, braucht eine Membran, zum Beispiel in Form eines Leder-Laminats wie Corium+® Platinum.
Die wichtigsten Pflegetipps:
- Reinigen: Regelmäßig mit einem feuchten Tuch abwischen. Hartnäckigen Schmutz wie Insektenreste vorher einweichen. Kernseife und ein weicher Schwamm helfen.
- Trocknen: Nasse Lederbekleidung hängend oder liegend bei Zimmertemperatur trocknen lassen, nicht auf der Heizung und nicht in direkter Sonne. Danach das Leder durchkneten, damit es wieder geschmeidig wird.
- Pflegen: Glattleder regelmäßig mit Lederfett oder Lederöl pflegen. Dünn und kreisförmig auftragen, denn zu viel Fett verstopft die Poren. Mindestens einmal im Jahr, am besten vor der Winterpause, ist eine gründliche Pflege fällig.
- Imprägnieren: Imprägnierspray auf die trockene Oberfläche auftragen. Bei hydrophobiertem, also wasserabweisend ausgerüstetem Leder nur Pflegemittel verwenden, die diese Wirkung nicht beeinträchtigen. Normales Lederfett ist hier ungeeignet.
- Rauleder: Nubuk- und Veloursleder nicht einfetten, sondern mit einem speziellen Spray pflegen.
Wie gut eine Lederjacke oder -kombi im Sturz schützt, zeigt wie bei Textil die Schutzklasse nach EN 17092 (siehe „Normen & Schutzklassen“).
Lycra®
Lycra® ist eine eingetragene Marke für Elasthan, eine synthetische Faser mit ausgezeichneter Dehnbarkeit und Rückstellkraft. Entwickelt wurde Lycra® von DuPont. Heute gehört die Marke der eigenständigen The LYCRA Company, zu der unter anderem auch COOLMAX® und THERMOLITE® gehören.
Elasthanfasern lassen sich um ein Vielfaches ihrer Länge dehnen und kehren danach in ihre ursprüngliche Form zurück. Deshalb steckt Lycra® vor allem in Mischgeweben, die elastisch sein und gut sitzen sollen, etwa in Sportbekleidung, Badebekleidung, Unterwäsche, Strümpfen und Leggings.
Auch Motorradbekleidung profitiert davon, vor allem dort, wo Bewegungsfreiheit wichtig ist: Elasthan steckt zum Beispiel im Stretch-Denim vieler Motorradjeans und sorgt dort zusammen mit den anderen Fasern für eine bequeme, gut sitzende Passform.
Membranen & Laminate
Eine Membran ist eine hauchdünne Schicht, die Regen und Wind abhält, Wasserdampf aber nach außen durchlässt. Das bekannteste Beispiel ist Gore-Tex®. Wie wetterfest und angenehm eine Jacke oder Hose ist, hängt stark davon ab, wie die Membran verarbeitet ist:
- Laminat: Die Membran ist fest mit dem Oberstoff verbunden. Beim 2-Lagen-Laminat kommt ein separates Futter dazu, beim 3-Lagen-Laminat sind Oberstoff, Membran und Futter miteinander verbunden. Der Oberstoff saugt sich kaum mit Wasser voll und trocknet schneller. Dafür sind Laminate im Neuzustand steifer und meist teurer.
- Z-Liner: Die Membran hängt mit einem leichten Trägerstoff lose zwischen Oberstoff und Futter.
- Herausnehmbare Membran: Die Membran wird als Einsatz eingezippt und kann bei Hitze herausgenommen werden. Diese Lösung ist günstiger und im Sommer luftiger.
Bei Z-Liner und herausnehmbarer Membran liegt die Membran innen. Bei Dauerregen saugt sich der Oberstoff deshalb voll und wird schwer und kalt.
Zwei Kennzahlen helfen beim Vergleich:
- Wassersäule: Sie gibt in Millimetern an, welchem Wasserdruck ein Stoff standhält. Ab 1.300 mm gilt ein Stoff als wasserdicht. Für Wetterschutzbekleidung werden deutlich höhere Werte ab etwa 3.000 bis 4.000 mm empfohlen, weil zum Beispiel beim Sitzen der Druck auf den Stoff steigt.
- RET-Wert: Er gibt an, wie stark ein Material den Durchgang von Wasserdampf bremst. Je niedriger der Wert, desto atmungsaktiver: Unter 6 gilt als sehr gut, 6 bis 13 als gut, 13 bis 20 als ausreichend, über 20 als kaum atmungsaktiv.
Pflege: Membranbekleidung nach der Pflegeanleitung des Herstellers waschen, in der Regel im Schonwaschgang bei höchstens 30 °C mit Spezial- oder Feinwaschmittel. Gründlich spülen und keinen Weichspüler verwenden. Spätestens nach drei Wäschen mit Imprägnierspray nachbehandeln: Die Membran wird dadurch nicht dichter, aber der Oberstoff ist besser vor Schmutz und Wasser geschützt.
Outlast®
Outlast® ist eine Technologie zur aktiven Temperaturregulierung. Sie arbeitet mit sogenannten Phasenwechselmaterialien (Phase Change Materials, PCM), die Wärme aufnehmen, speichern und wieder abgeben.
Ihre Wurzeln liegen in der Raumfahrtforschung: In den 1980er-Jahren beauftragte das Johnson Space Center der NASA die Firma Triangle Research and Development, ein temperaturausgleichendes Material für die Handschuhe von Raumanzügen zu entwickeln. Ins All kamen diese Handschuhe nie. In den 1990er-Jahren sicherte sich jedoch Gateway Technologies, die heutige Outlast Technologies, die Patentrechte und brachte die Technik in Textilien.
Die Hauptmerkmale von Outlast® sind:
- Temperaturregulierung: Mikroverkapselte Phasenwechselmaterialien nehmen überschüssige Körperwärme auf, während sie schmelzen, und geben sie beim Erstarren wieder ab. So puffern sie Temperaturschwankungen ab.
- Komfortsteigerung: Durch den Temperaturausgleich helfen Outlast®-Materialien, Überhitzen und Auskühlen zu vermeiden.
- Vielseitige Anwendung: Von der Raumfahrtforschung aus hat die Technik ihren Weg in viele Textilien gefunden, bis hin zu Rennanzügen im Motorsport.
In der Motorradbekleidung steckt Outlast® zum Beispiel im Jackenfutter sowie in Unter- und Zwischenschichten. Das macht es besonders nützlich für lange Fahrten und wechselnde Wetterbedingungen.
Pekev®
Pekev® ist ein Schutzmaterial für Motorradbekleidung, das die Marke Resurgence Gear entwickelt hat und vor allem in ihren Motorradjeans einsetzt. Es besteht aus hochfesten Polymerfasern.
Bei der Variante Pekev® Ultra Lite ist der Pekev®-Faden mit Baumwolle und Elasthan umsponnen, der Schutzkern liegt also innen. So entstehen einlagige Jeans, die ohne zusätzliches Schutzfutter auskommen.
Wie gut eine Pekev®-Jeans schützt, zeigt wie bei allen Materialien die Schutzklasse nach EN 17092. Die einlagige „Ultimate PEKEV Ultra Lite“ von Resurgence Gear ist zum Beispiel mit Klasse AA zertifiziert.
Primaloft®
PrimaLoft® ist eine Marke für synthetische Mikrofaser-Isoliermaterialien, die ursprünglich für die US-Armee entwickelt wurden, um eine Alternative zu Daunen zu bieten. Dieses Material ist bekannt für seine Wärme, Leichtigkeit und seine Fähigkeit, auch in nassen Zuständen zu isolieren. PrimaLoft® wird häufig in Outdoor- und Sportbekleidung sowie in Schlafsäcken und Handschuhen eingesetzt.
Die Hauptmerkmale von PrimaLoft® sind:
Hervorragende Isolierung: PrimaLoft® bietet ausgezeichnete Wärmeleistung, ähnlich der von Daunen, ist aber dabei hypoallergen.
Wasserresistent: Anders als Daunen behält PrimaLoft® seine isolierenden Eigenschaften auch bei Nässe bei, was es besonders geeignet für feuchte Bedingungen macht.
Leicht und Komprimierbar: Es ist extrem leicht und kann auf ein kleines Volumen komprimiert werden, was es ideal für Reisen und Outdoor-Aktivitäten macht.
Atmungsaktivität: PrimaLoft® ermöglicht eine gute Luftzirkulation, wodurch Feuchtigkeit abgeleitet wird und der Träger trocken und komfortabel bleibt.
Umweltfreundlichkeit: Viele PrimaLoft®-Produkte sind aus recycelten Materialien hergestellt, was sie zu einer umweltbewussteren Wahl macht.
In der Motorradbekleidung wird PrimaLoft® oft als Isolierung in Jacken und Hosen verwendet, um Fahrer bei kaltem Wetter warm und trocken zu halten. Seine Leichtigkeit und Komprimierbarkeit machen es zu einem idealen Material für Bekleidung, die sowohl Schutz vor den Elementen als auch Flexibilität und Komfort bietet.
Protektoren & Airbags
Protektoren dämpfen die Wucht eines Aufpralls an den Stellen, die bei einem Sturz besonders gefährdet sind. In Motorradjacken und -hosen sitzen sie meist in Taschen an Schultern, Ellbogen, Rücken, Hüfte und Knien. Geprüft werden sie nach der Normenreihe EN 1621. Entscheidend ist, wie viel Aufprallkraft im Test durch den Protektor hindurchkommt, die sogenannte Restkraft:
- Gelenkprotektoren (EN 1621-1): Bei Level 1 sind im Mittel höchstens 35 kN erlaubt, bei Level 2 höchstens 20 kN.
- Rückenprotektoren (EN 1621-2): Bei Level 1 muss die mittlere Restkraft unter 18 kN liegen, bei Level 2 unter 9 kN.
Level 2 schützt also besser, ist aber meist schwerer und etwas weniger bequem. Level-1-Protektoren sind leichter und angenehmer zu tragen. Ein guter Rückenprotektor sollte die Wirbelsäule vom obersten Brustwirbel bis zum untersten Lendenwirbel abdecken. Und: Protektoren ohne CE-Prüfung bieten keinen verlässlichen Schutz.
Airbags gehen noch einen Schritt weiter: Westen oder Jacken mit integriertem Luftpolster blasen sich bei einem Sturz auf. Für Systeme, die mechanisch über eine Reißleine am Motorrad ausgelöst werden, gibt es die Norm EN 1621-4. Elektronisch ausgelöste Airbags deckt die Fassung EN 1621-4:2013 nicht ab.
Bekannte Protektor-Technologien wie D3O® findest du in diesem Lexikon unter eigenem Stichwort.
Rokkertech
Rokkertech ist eine Linie von Motorradjeans der Marke The Rokker Company. Die Jeans sind einlagig: Der Schutz steckt direkt im Stoff, ein zusätzliches Schutzfutter gibt es nicht.
Laut Hersteller besteht der Raw Denim der Rokkertech Straight aus 50 % Baumwolle, 43 % Polyethylen in Form hochabriebfester UHMWPE-Fasern (siehe „UHMWPE“), 6 % Elastomultiester und 1 % Elasthan. Dazu kommen flache D3O®-Protektoren an Hüfte und Knie. Die Knietaschen sind höhenverstellbar.
Die Rokkertech Straight ist nach Herstellerangabe mit CE-Level AAA zertifiziert, der höchsten Schutzklasse für Motorradbekleidung (siehe „Normen & Schutzklassen“).
schoeller®-keprotec®
Schoeller®-Keprotec® ist ein hochleistungsfähiges Schutzgewebe, das von der Schweizer Firma Schoeller Textil AG entwickelt wurde. Es ist besonders bekannt für seine Verwendung in Motorradbekleidung und anderen Schutzausrüstungen, wo Abriebfestigkeit und Strapazierfähigkeit entscheidend sind.
Die Hauptmerkmale von Schoeller®-Keprotec® sind:
Hohe Abriebfestigkeit: Das Gewebe bietet außergewöhnlichen Schutz gegen Abrieb, was es ideal für Motorradbekleidung macht, insbesondere in Bereichen, die bei einem Sturz am meisten gefährdet sind.
Reißfestigkeit: Schoeller®-Keprotec® ist extrem reißfest, was zusätzlichen Schutz im Falle eines Unfalls bietet.
Leichtigkeit und Flexibilität: Trotz seiner Robustheit ist das Material leicht und flexibel, was Bewegungsfreiheit und Komfort für den Träger bietet.
Wasserdicht und Atmungsaktiv: Je nach spezifischer Zusammensetzung kann Schoeller®-Keprotec® wasserdicht und atmungsaktiv sein, was es für verschiedene Wetterbedingungen geeignet macht.
Zusammensetzung: Das Material wird oft aus einer Mischung von Aramidfasern (wie Kevlar®), Nylon und anderen synthetischen Fasern hergestellt. Diese Kombination sorgt für die hohe Widerstandsfähigkeit des Materials.
Schoeller®-Keprotec® wird häufig in Motorradhosen, Jacken und Handschuhen verwendet, um Schutz vor Verletzungen durch Stürze zu bieten. Es wird auch in anderen Bereichen eingesetzt, wo Strapazierfähigkeit und Schutz gefragt sind, wie in der Luftfahrt, im Segelsport und in der Arbeitsbekleidung.
Twaron®
Twaron® ist eine Markenbezeichnung für eine Aramidfaser, die von der niederländischen Firma Teijin Aramid hergestellt wird. Aramidfasern sind synthetische Fasern mit herausragenden Festigkeitseigenschaften und werden aufgrund ihrer hohen Zugfestigkeit, Abriebfestigkeit und Temperaturbeständigkeit in verschiedenen Hochleistungsanwendungen eingesetzt.
Twaron® wird aus Polymeren hergestellt, die aus aromatischen Ringen bestehen, was zu einer außergewöhnlichen Festigkeit führt. Diese Faser wird oft in Schutzkleidung, Ballistikmaterialien, Seilen und anderen technischen Anwendungen verwendet.
In der Motorradbekleidung wird Twaron® häufig als Verstärkungsmaterial in kritischen Bereichen eingesetzt, um den Schutz vor Abrieb und Aufprall zu verbessern. Es kann in Kombination mit anderen Materialien wie Leder, Cordura® oder Gore-Tex® verwendet werden, um eine umfassende Schutzlösung zu bieten.
UHMWPE
UHMWPE steht für Ultrahochmolekulares Polyethylen, eine Art von Kunststoff mit extrem langen Kettenmolekülen, die ihm außergewöhnliche Festigkeits- und Leistungseigenschaften verleihen. Dieses Material ist besonders bekannt für seine hohe Abriebfestigkeit, Schlagzähigkeit und seine geringe Reibung.
Einige der Schlüsseleigenschaften von UHMWPE sind:
Hohe Zugfestigkeit: UHMWPE besitzt eine der höchsten Zugfestigkeiten aller Kunststoffe, was es extrem belastbar gegen Dehnung und Zerrung macht.
Abriebfestigkeit: Es ist sehr widerstandsfähig gegen Abrieb, was es ideal für Anwendungen macht, bei denen eine hohe Verschleißfestigkeit erforderlich ist.
Schlagzähigkeit: UHMWPE hat eine hohe Schlagzähigkeit, selbst bei sehr niedrigen Temperaturen, was es robust und widerstandsfähig gegen Bruch und Risse macht.
Chemikalienbeständigkeit: Es ist resistent gegenüber den meisten Säuren, Laugen und anderen Chemikalien.
Niedriger Reibungskoeffizient: UHMWPE hat einen sehr niedrigen Reibungskoeffizienten, ähnlich wie PTFE (Teflon), was es ideal für Anwendungen mit gleitenden Bewegungen macht.
In der Welt der Motorradbekleidung wird UHMWPE oft in Form von Fasern wie Dyneema oder Spectra verwendet. Diese Fasern werden in Kleidung eingearbeitet, um Schutz gegen Schnitte, Abrieb und Stürze zu bieten, während sie gleichzeitig leicht und komfortabel bleiben. UHMWPE findet auch in vielen anderen Bereichen Anwendung, darunter in der Herstellung von kugelsicheren Westen, Seilen, Netzen und in der orthopädischen Chirurgie.
XTM® Fiber
XTM® Fiber ist die Schutzfaser des Motorradbekleidungs-Herstellers John Doe. Sie basiert auf Aramidfasern (siehe „Aramid“) und steckt vor allem in Motorradjeans und -hosen. John Doe setzt sie auf zwei Arten ein:
- Als Schutzfutter: Bei Modellen wie der John Doe Stroker sitzt XTM® als Futter hinter dem Oberstoff. Laut Hersteller besteht die Sturzseite dieses Futters aus 100 % Aramidfaser, die Hautseite aus 100 % COOLMAX® (siehe „CoolMax®“). Das Futter ist dünn, flexibel und reißfest.
- Einlagig („Mono“): Bei den Mono-Modellen verbindet ein spezielles Webverfahren die XTM®-Faser direkt mit dem Denim. Die Hose kommt dann ohne zusätzliches Futter aus. Die John Doe Taylor Mono zum Beispiel ist nach EN 17092 mit der höchsten Schutzklasse AAA zertifiziert.
Für die Schutzklassen A bis AAA gehören immer Protektoren dazu, bei Motorradjeans etwa an Knie und Hüfte. Wie gut eine Hose insgesamt schützt, zeigt ihre Schutzklasse auf dem Etikett.
YKK®
YKK ist der weltweit größte Hersteller von Reißverschlüssen. Das japanische Unternehmen wurde 1934 in Tokio gegründet und beschäftigt rund 46.300 Mitarbeiter in etwa 70 Ländern und Regionen (Stand: 31. März 2025). In Motorradbekleidung findest du YKK-Reißverschlüsse zum Beispiel an Jacken, Hosen und Handschuhen.
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Quellen
Für dieses Lexikon haben wir unter anderem diese Quellen genutzt:
- Eurofins: EU-Regeln für Motorradschutzkleidung
- IHK München: Merkblatt Persönliche Schutzausrüstungen (PDF)
- DIN Media: DIN EN 17092-2
- motorradonline: Helmnorm ECE 22.06
- Tourenfahrer: Ratgeber Motorrad-Lederkombis
- ADAC: Motorradbekleidung waschen oder reinigen?
- Deutscher Alpenverein: Wie funktioniert Wetterschutzbekleidung?
- NASA: From Spacesuits to Racing Suits
- DuPont: Verkauf des Aramid-Geschäfts an Arclin
- Business Wire: The LYCRA Company (Mai 2026)
- INVISTA: CORDURA (Juli 2025)
- Held: Armalith
- YKK: Corporate Profile



